StartseiteWir über uns

Unternehmensgeschichte

Es fing alles an mit Jutesäcken…

Am 28. Juni 1913 entschloß sich Reinhold Noor senior ( der Urgroßvater der heutigen vierten Generation ) im Alter von 36 Jahren, sich selbständig zu machen und gründete seine eigene Firma – die Reinhold Noor OHG - in Mannheim. Vorher war er 15 Jahre lang kaufmännischer Leiter der seinerzeit neu gegründeten Süddeutschen Juteindustrie in Mannheim. Ursprünglich aus Bremen stammend, wo er eine Lehre bei der Bremer Baumwollbörse absolviert hatte, kam er nach verschiedenen Auslandsaufenthalten, bei denen er Erfahrungen für seinen Beruf sammelte, nach Mannheim. Aus seiner Ehe entstammten neun Kinder, die zwischen 1905 und 1915 zur Welt kamen.

Anmerkung : Der Name Noor stammt ursprünglich aus Schleswig Holstein und bedeutet einen Binnensee, der aber in früheren Zeiten mit dem Meer verbunden war.
Am Haddebyer Noor z.B. befindet sich die Wikinger-Siedlung Haithabu.
Wer weiß, vielleicht waren die Vorfahren Wikinger ???

Auch nach seinem Schritt in die Selbständigkeit hielt er seiner alten Firma lebenslang die Treue und vertrieb deren Produkte – ausschließlich Jute - und zusätzlich noch andere Produkte als freier Unternehmer. Reinhold Noor junior ( Großvater bzw. Vater der heutigen Geschäftsleitung ) übernahm am 11. Juli 1936 die Geschäftsführung und arbeitete erfolgreich und kooperativ mit seinem Vater zusammen bis zu dessen Tod im Jahr 1948.

Mannheim und Ludwigshafen waren damals die Zentren der deutschen Mühlenindustrie, sodass der Standort des neuen Unternehmens ideal war. Reinhold Noor erwarb sich sofort einen guten Ruf. Die alten Geschäftsbücher weisen Lieferungen astronomischer Zahlen von „neuen“ Jutesäcken an die ansässigen Mühlen aus. Die Säcke wurden hauptsächlich für Getreide, Futtermittel, Zucker und Mehl, auch Hopfen und Malz benötigt. Es gab kein alternatives Material für Schüttgüter zu Jute, aus der die benötigten Säcke genäht wurden. Die Jutesäcke wurden selbstverständlich öfter verwendet, und der Markt für gebrauchte Säcke war ebenso groß wie der für neue. Die Säcke wurden gesäubert und repariert, und erst wenn sie nicht mehr zu reparieren waren, kamen sie in die Reißerei, wo sie zu Füllmaterial verarbeitet wurden. Die letzten Reißereien schlossen in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Anmerkung : Jute ist eine Naturfaser, die in den fruchtbaren Ebenen und Über-schwemmungsgebieten von Indien, Pakistan und Bangladesh seit Jahrhunderten angebaut wird. Die Gewinnung und sehr aufwendige Veredlung bzw. Verarbeitung ist ähnlich wie beim Flachs ( Leinen ), wobei aber die Jutefaser eine grobere Struktur hat.

Krieg und Wiederaufbau

Unsere Firma wurde im zweiten Weltkrieg in Mannheim komplett ausgebombt,
man wich nach Heidelberg aus. Reinhold Noor Junior siedelte sich nach Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft im Jahr 1948 dann in Viernheim an, wo sich auch heute noch der Firmensitz befindet.

Während des Wiederaufbaus war es wegen Mangel an Devisen nicht möglich, Jute aus den Ursprungsländern zu beziehen. Auch im Inland gab es nichts zu kaufen. Als Notlösung organisierte Reinhold Noor Junior neben verschiedenen Tauschgeschäften u.a. eine Altpapiersammlung. Für das Altpapier erhielt er gegen Bezugsscheine Garne verschiedenster Art. Aus dem Garn ließ er Gewebe für Arbeitsanzüge und Hemden fertigen, die reißenden Absatz fanden. Mit dem Tag der Währungsreform am 21. Juni 1948 gab es nach und nach wieder alles zu kaufen und die Firma kam zu ihrem Ursprung zurück.

Ab den 60 ern…

In den 60 er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Sparte Jute und Papier um ein ganz neues Produkt, nämlich Kunststoffgewebe aus Poplypropylen und Polyäthylen, kurz PP und PE genannt, erweitert.

Polyäthylen und Polypropylen waren als Nebenprodukte bei der Erdölraffinerie Erfin-
dungen der großen chemischen Fabriken weltweit, diese Produkte traten mit Recht ihren Siegeszug an. Sie konnten überall produziert werden, waren prompt lieferfähig und standen in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Es entfiel die lange Transportdauer aus Indien, Pakistan und Bangladesh und noch dazu waren diese Materialien preiswerter, haltbarer, leichter und viel hygienischer als Jute.

Trotz all dieser Neuerungen behauptete sich Jute noch lange Jahre als unverzichtbares Trägermaterial für z.B. Dachpappe, in der Automobilindustrie für die Auskleidung von Kofferräumen, in der Kabelindustrie- hauptsächlich als geteerte Umwicklung für Überseekabel –, bei der Polsterwarenproduktion, bei der Teppichindustrie und nicht zuletzt bei der Tabakindustrie als Verpackung. Heute spielt sie naturgemäß eine kleinere Rolle als früher, ist aber nach wie vor als Naturprodukt für einige Branchen unverzichtbar und wir haben ständig große Mengen Jute am Lager, ob als Gewebe, Säcke oder konfektionierte Produkte.

Vom reinen Handel verlegte man sich in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts auf die Herstellung von z.B. Teppichgrundgewebe aus PP und die Produktion von PP-Gewebe-Säcken von 5 bis 100 kg Inhalt im europäischen Ausland. Dieser Markt hatte enorme Zuwächse in den 70-ern, 80-ern und zu Beginn der 90-er Jahre, wurde aber dann in Deutschland rückläufig , was eine erneute Umstrukturierung unserer Firma zur Folge hatte.

Zwischenzeitlich hatte Reinhold Noor zwei seiner Kinder in der Firma zu Kaufleuten ausgebildet und 1982 seiner Tochter Annette Noor die Firma übergeben. Er kam jedoch noch täglich in die Firma, hatte für alle Mitarbeiter ein offenes Ohr, freute sich, bei Problemlösungen behilflich zu sein, und starb 1990 im Alter von 81 Jahren.

Heute und morgen

Eine Extrastellung unseres Unternehmens nimmt der sogenannte FIBC ein, ein flexibler, aus PP gewebter Großcontainter von 500 kg bis zu 2 t Inhalt, vor allem für die Schüttgüterindustrie. Dieser Behälter wurde maßgeblich von unserer Firma zu seinem jetzigen Marktanteil entwickelt. Zu Beginn der Entwicklung in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab niemand diesem Behälter eine Chance, heute benutzt ihn jeder Landwirt für z. B. Dünger und Futtermittel. Wir erzielen heutzutage sich ständig steigernde Umsätze. Der Behälter in allen Spezialausführungen ist eine feste Größe unserer Firma. Weltweit agierende Großkonzerne, die große Mengen in Spezialausführungen von uns beziehen, zählen zu unseren Kunden, wie aber auch mittelständische und kleinere Unternehmen z.B. aus Land- und Forstwirtschaft sowie Kommunen und Bergbau.

Unsere Produktpalette wird Jahr für Jahr erweitert, dem Markt bzw. den jeweiligen Trends angepasst und erfüllt nahezu jeden Anspruch. Bau- und Gartenmärkte, die unser umfangreiches Sortiment schätzen, sowie Gartenbaubetriebe, Landhandel, Möbelfabriken, Raumausstatter, usw. gehören zu unseren heutigen Kunden.


Das aktuelle Sortiment umfasst

- Gewebe und konfektionierte Planen aus PE und PP
- PP-Säcke von 5 – 100 kg
- FIBC’s von 500 – 2000 kg
- Jutegewebe in Originalballen, auf Rollen oder in SB –Abschnitten
- Jutesäcke von Mini über 10 kg bis 100 kg, auch in SB Aufmachung
- Folien und PE-Säcke
- Sichtschutz aus PVC und Naturmaterialien in allen Variationen
- Zubehör zur Abrundung des Sortiments
- Display und Modulbestückung nach Kundenwunsch
- Konfektion von Jutegewebe

Der Erfolg gibt uns Recht und wir erweitern ständig auch dieses Angebot um trendige Produkte, die es zum Teil exklusiv nur bei uns gibt.
Unsere Produkte wurden und werden oft kopiert, was wir zwar nicht verhindern können, uns aber beweist, dass wir mit unserer Trendforschung richtig liegen und erfühlen, was auf dem Markt fehlt und was der Verbraucher benötigt.

Wir haben z.B. als erste in Europa beschichtete Gewebeplanen aus PE fix und fertig in allen Größen konfektioniert in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts auf den Markt gebracht, die die sündhaft teuren Maßplanen aus Segeltuch ersetzten und sich auch heute noch als Standbein unserer Firma etabliert haben. Kein Haus-, SB- oder Gartenmarkt kommt ohne dieses Produkt aus. Wir führen die Planen in zwei Farben und vier Qualitäten. In unseren Lägern sind ständig Hunderttausenden von Quadratmetern verfügbar.

Ein weiteres schnell wachsendes und erfolgreiches Standbein unserer Firma ist das große Sortiment an Sichtschutzmatten aus PVC ( eigene Produktion ), PP und – eine Spezialität – aus Naturmaterialien jeder Art wie z.B. Weide, Schilf, Bambus, Heide, Haselnuß in vielen Qualitäten, Ausführungen, Längen und Breiten.

Unser Familienunternehmen am Stammsitz wird heute geleitet in vierter Generation von Till Noor-Herbert, dem Urenkel des Firmengründers, zusammen mit seiner Mutter Annette Noor, begleitet von einem sehr motivierten Team, bestehend zum großen Teil aus langjährigen Mitarbeitern, die auch ihre Ausbildung in unserer Firma genossen haben, und einem erfahrenen Außendienst.
Beratung und Zufriedenheit unserer Kunden war schon immer und ist noch die Devise unserer Firma.

Erstbestückung für eine bekannte Baumarktkette - versandfertige Sichtschutzdisplays (insgesamt 220 Europaletten)



AGBWiderrufDatenschutzWeb-ImpressumHilfe